
Obwohl der Ara maracana zu den kleinen Vertretern seiner Art gehvrt und bei weitem nicht die
Farbenpracht aufweist wie, z.B.Ara ararauna oder Ara macao; seine gro_en Verwandten; so besticht
er doch durch sein du_erst lebhaftes wie angenehmes Wesen. In einer Voliere zusammen mit anderen
Papageien gehalten, sorgt er stehts f|r anregende Impulse. Selbst die sonst so "flugfaulen"
Gelbscheitel-Amazonen -mit denen man ihn au_erhalb der Brutzeit problemlos zusammen halten
kann- lassen sich von dieser Bewegungsfreudigkeit anstecken. Sie durchstreifen gemeinsam die
Voliere. Es bereitet ihnen gro_e Freude zusammen von einem Ast zum anderen zu jagen.
Ist der Maracana auch nahe verwandt mit den grv_ten der Papageien, so erinnert sein Fluggeschick doch eher an das eines Wellensittichs. In der richtigen Stimmung ld_t er sich zu regelrechten Flugkapriolen hinrei_en. Er schldgt Haken in der Luft, steigt mit hoher Geschwindigkeit senkrecht nach oben, um sich im gleiche Moment wie ein Stein nach unten fallen zu lassen und kurz vor dem Boden wieder eine plvtzliche Wende in eine ganz andere Richtung zu vollziehen. Aus diesem Grund sollte man ihm eine Voliere gvnnen, die den Raum bietet dieses Verhalten auszuleben.
Wdhrend der Eingewvhnungszeit sollte behutsam mit diesem Papagei umgegangen werden. Bald gewinnt er dann Vertrauen zu seinem neuen Zuhause und verliert schnell jede Scheu. Ein Maracana ist sehr sensibel f|r die Vorgdnge in seiner Umgebung und versteht ob es gut um ihn bestellt ist. Bleiben ihm am Anfang schlechte Erfahrungen erspart, so hat man bald einen anhdnglichen kleinen Freund. Von seiner hellen aber vollen Stimme, die im Tonfall -bei ganz viel Phantasie- an die einer Dohle erinnert, wird man dann beim Betreten der Voliere herzlich begr|_t.
Zu bemerken ist allerdings, da_ sich der Maracana wesentlich lieber einem Artgenossen anschlie_t.
Aus diesem Grund sollte er nie einzeln gehalten werden und alsbald einen gleichaltrigen, mvglichst
gegengeschlechtlichen Partner zugesellt bekommen. Schwierigkeiten gibt es in dieser Hinsicht nur,
wenn er jahrelang in "Einzelhaft" als Wohnzimmervogel verbracht hat und sein gesamtes Verhaltens-
repertoire auf den Menschen projiziert. Ob es mit Eintritt der Geschlechtsreife auch zu Paarungsver-
suchen mit den F|_en, Hdnden oder anderen Teilen seines "Menschen" kommt, ist mir nicht bekannt.
Beim Wellensittich wurde es hingegen schon oft beobachtet (vergl. Birmelin).
Grundsdtzlich soll gelten: Besser spdt verpaart als nie! Die Zeiten der Einzelhaltung von Papageien
mu_ endg|ltig der Vergangenheit angehvren. Statt dessen sollten alle Mvglichkeiten zum Erhalt
dieser wunderbaren Vvgel ausgeschvpft werden. Ara maracana befinden sich inzwischen im Anhang
I des Washingtoner Artenschutzabkommen.
Der Ara maracana ist wahnsinnig neugierig. F|hlt er sich in seiner neuen Umgebung zuhause, so trifft man ihn oft auf dem Volierenboden an, wo er sich mit allem, was sich irgendwie bewegen, beknabbern oder transportieren ld_t, ausgiebig beschdftigt. Diese Tatsache sollte Anla_ dazu sein, immer darauf zu achten, da_ sich keine verdorbenen Nahrungsreste auf dem Volierenboden befinden, da er auch diese nicht verschmdht. \berhaupt gibst es nichts wof|r sich dieser kleine Kerl nicht interessiert. Alles in seiner Ndhe scheint seine Aufmerksamkeit zu erregen. Kein Gegenstand bleibt unber|hrt alles wird mit dem Schnabel untersucht. Das macht sich an einer Voliere in Holzbauweise binnen weniger Wochen deutlich bemerkbar
Doch sein am|santes Verhalten, das oft an die Verspieltheit von Keas erinnert, ist Entschddigung genug f|r die vielen Ausbesserungsarbeiten. Es gibt so viele Szenen, die zu beobachten sind. Eine, die ich "das R|ckenkratzen" nenne, mvchte ich hier beschreiben: Er sitzt auf dem Boden nahe des Volierengitters. Mit dem einen Fu_ hdlt er ein kleines St|ck Holz, da_ er kurz zuvor noch beknabbert hat. Dann, plvtzlich, dreht er den Kopf nach hinten und versucht sich mit dem Schnabel zwischen den Schultern zu kratzen. Doch die qudlende Stelle kann er so unmvglich erreichen. Auch der Partner, der ihm jetzt so hilfreich sein kvnnte, ist gerade nicht da.So legt er sich in seiner vermeintlichen Not auf die Seite. Mit dem einen Fu_ hdlt er nach wie vor das Holz, mit dem anderen st|tzt er seinen Kopf, als kvnnte er dann bequemer liegen. So in Position gebracht fdngt er an seinen Nacken ausgiebig am Gitter zu reiben. Dies scheint ihm ein solches Wohlbehagen zu bereiten, da_ der ganze Vorgang, der einige Sekunden dauert, von einem leisen Kichern begleitet wird. Zum Abschlu_ ld_t er das Hvlzchen fallen, stellt sich wieder auf die F|_e, sch|ttelt das Gefieder und fliegt davon. Man mu_ es einfach gesehen haben.
| Die W|rze in der Harmonie eines Ara maracana Paares sind die kleinen Balgereien. Oft ist eine besonders saftige Weintraube oder auch nur ein kleiner Zweig der Anla_. Es geht dann "drunter und dr|ber".Beherrscht werden diese Rangeleien von dem du_erst sanftm|tigen Wesen der Maracana. Sie sind nie heimt|ckisch oder hinterlistig; geschweige denn brutal. Eher pfiffig und einfallsreich, wenn es darum geht den begehrten Brocken zu erhaschen. Noch nie konnte ich beobachten, da_ es zu wirklich ernsthaften Auseinandersetzungen kam. Am Ende fast jeder Rauferei folgt eine gemeinsame Gefiederpflege. |
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Nun ein wenig zu seinen Fre_gewohnheiten. Genau wie seine gro_en Verwandten hdlt der Ara Maracana grv_ere Futterbrocken mit seinem Fu_ um sie so zum Schnabel zu f|hren. Anders wie z.B. Amazonen ist er kein so gro_er "Futterverschwender". Die meisten Futterst|cke werden komplett verzehrt. Selten passiert es, da_ er nur einmal abbei_t und den Rest dann zu Boden fallen ld_t. Oft habe ich schon beobachtet da_ angebissene St|cke, die ihm aus Ungeschick auf den Boden fielen sofort wieder aufgehoben wurden um sie dann weiter zu verzehren.
In Gefangenschaft nehmen Maracana eine breite Nahrungspalette zu sich: Trockenkvrnermischungen auch pelletiertes Futter Keimfutter Kochfutter vor allem H|lsenfr|chte Obst, wie Weintraube, Apfel, Banane, Birne, Mandarine, Nektarine, Pfirsich Kirschen, Johannisbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Ananas usw... Gem|se, wie Karotten, Paprika, Mais (milchreif, gekocht gekeimt oder trocken), junge Erbsen, Petersilie, Schnittlauch, Radieschen, getrocknete Chillischoten, rohe Gurken Pflanzenbestandteile, vor allem von Obstbdumen; Rinde, Holz und Bldtter Tierisches Eiwei_ in Form von Hundekuchen, Joghurt, Kdse etc. (Holzfensterrahmen von Schutzhdusern und Holzkonstruktionen von Au_envolieren ;-)) All dies nat|rlich zu einer ausgewogenen Didt zusammengestellt. Die exakt aufgenommenen Mengen lassen sich insgesamt schwer bestimmen, da die bevorzugte Nahrung oft variiert. Mal wird z.B. roter Paprika mit Hei_hunger verschlungen, dann bleibt er wieder tagelang in der Schale liegen und findet keine Beachtung. Darum soll die folgende Auf- zdhlung keine Verzehr- sondern eine Angebotsliste darstellen.
Die Gesamtanteile der Nahrung sehen bei mir wie folgt aus:
Abschlie_end mvchte ich sagen, da_ ich die oben aufgef|hrten Beobachtungen nur an dem einen
Paar machen konnte, das in meiner Voliere lebt. Deshalb sind sie wohl nicht reprdsentativ. Doch
wurden mir diese Dinge von anderen Haltern bestdtigt. Beobachtungen zum Paarverhalten m|ssen
noch etwas Zeit haben, da sich meine beiden Maracana noch nicht so lange kennen. Des weiteren
wird einige Zeit ins Land gehen bis die Vvgel geschlechtsreif sind, so da_ ich zum momentanen
Zeitpunkt noch keine genauen Schl|sse |ber die geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen
ziehen kann. Diese sind im Jugendalter nicht eindeutig zuzuordnen.